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Und er predigte ungehindert, Altwegg Ralf, 2009

Ralf Altwegg erschliesst in seiner MA-Abschlussarbeit die Religionsfreiheit für evangelikale Christen in einer interdisziplinären Arbeit und zeigt mögliche Konsequenzen auf.
Zunächst legt er in einem biblisch-theologischen Teil das für die evangelikale Ausrichtung unerlässliche biblische Fundament. Er kommt zum Schluss: Es gibt weder göttliche Aufträge, auf einen christlichen Staat hinzuarbeiten, noch solche, den Staat zur Gemeindezucht hinzuzuziehen oder Nichtchristen mit Gewalt zur Einhaltung der göttlichen Gebote zu zwingen.
Der zweite Hauptteil untersucht die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat über die Jahrhunderte. Der dritte Hauptteil der Arbeit zeigt den heutigen Stand des säkularisierten Staates auf. Im westlichen Kulturkreis ist er nahezu überall umgesetzt. Dies äussert sich in einer grundsätzlichen Trennung von Religion und Staat, wobei die Religionen geistliche Interessen verfolgen und der Staat weltliche. Ferner kann der moderne Staat nicht nur von seiner hoheitlichen Gewalt leben – er braucht ein Band, das ihn zusammenhält; gelebte Religion kann als ein solches dienen. Die Aufgabe, gelebte Religion zu fördern, obliegt den Religionsgemeinschaften.
Die Schweiz hat sich lange etwas schwer getan mit der Religionsfreiheit. Die geltende Bundesverfassung gewährleistet sie aber umfassend. Nach aktueller Auffassung beinhaltet die Religionsfreiheit insbesondere das Recht, eine religiöse oder weltanschauliche Überzeugung zu haben, sowie diese, innerhalb gewisser Schranken, zu praktizieren, zu äussern und zu verbreiten. Zudem schützt sie vor religiösem Zwang. Die Schweiz ist heute ein säkularisierter Staat. Die normative Ausgestaltung der Religionsfreiheit entspricht weitgehend dem, was aus christlicher Sicht zu fordern ist.
Der säkulare Staat braucht ein Band, einen Rückhalt in der Gesellschaft. Die Religion kann als ein solches Band wirken, indem sie ethische und sittliche Grundlagen in der Gesellschaft legt. Christen sollen sich für Politik interessieren. Politisch aktiv zu werden kann durchaus eine Berufung Gottes sein. Dabei gilt es, Werte zu vertreten, welche biblischen Grundprinzipien entsprechen, wie Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Menschlichkeit usw.
