Mit der Studienreform 2010 finden wichtige Elemente der Ausbildung einen festen Platz im Curriculum von IGW: Persönlichkeit, Begleitung und Praxis
Die lebendige Verbindung zu Jesus und der sanfte Umgestaltungsprozess von Charakter und Persönlichkeit durch den Heiligen Geist prägen offenkundig das Leben seiner Nachfolger. Innere Werte befähigen Führungspersönlichkeiten, im Reich Gottes durch Beziehungen Nähe, Klarheit und geistliche Autorität zu leben. Wir sind überzeugt, dass unsere Kirchen und Werke Leiterinnen und Leiter dieser Qualität verdienen. PBX fällt dabei eine wichtige Rolle zu. Eine starke Begleitung fördert die Studierenden und gewinnt sie für einen ausgewogenen und nachhaltigen Dienst im Reich Gottes.
Daher sehen wir es als einen zentralen Ausbildungsauftrag – zusätzlich zur theologischen Wissensvermittlung – unsere Studierenden in der Jüngerschaft und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. PBX (Persönlichkeit, Begleitung und Praxis) steht für neue Kursmodule, welche die Theoriekurse im Bachelorprogramm (CH) seit Herbst 2007 ergänzen.
P wie Persönlichkeit: Der Mensch im Fokus
Da wir die Ausbildungsthemen Charakterschulung, Jüngerschaft, Praxisbegleitung und Persönlichkeitstraining prozesshaft angehen, gestalten wir die neuen Module - thematisch aufbauend - über die ganzen vier Jahre des Studiums:
| Studienjahr | Inhalt | Modul |
|---|---|---|
| 1. Studienjahr | Lernen, Rollen- und Teamverhalten sowie Persönlichkeit | Persönlichkeitstraining mit DISG |
| 2. Studienjahr | Lebensrhythmus, Identität und Burnoutprophylaxe | Durchhalten und Überleben im Dienst |
| 3. Studienjahr | Ausgewogene Beziehungsgestaltung und Persönlichkeit, Gaben und Berufung | Assessment nach Birkmann Methode |
| 4. Studienjahr: | Lebensprioritäten, Leiterschaft und Know-how-Transfer | Wissensmesse |
Hinzu kommen drei weitere Module, die je vier Jahre lang Teil des Curriculums sind:
- Life Shapes Gruppen (Vertiefung zentraler Lebensthemen)
- Gemeinschaft und Glaube (gemeinschaftliches Leben, Austausch)
- Praxisvalidierung (Begleitung der Praxisarbeit, Anleitung zur Reflexion)
Die Kursmodule sollen persönliche Prozesse der Studierenden aufnehmen oder anstossen. Dabei stehen die Auszubildenden im Umfeld einer Lokalgemeinde, eines Missionswerkes oder eines Unternehmens, welches ihnen ermöglicht, die vermittelten Inhalte zu vertiefen.
Die PBX-Module in der Übersicht (CH):
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B wie Begleitung: Mentoring wird zu Praxisbegleitung
IGW verpflichtet sich in seiner Ausbildungsphilosophie, Männer und Frauen berufsqualifizierend auszubilden. Damit die angehenden vollzeitlichen Mitarbeiter im Reich Gottes ihren Dienst langfristig und ausgewogen ausführen können, streben wir eine Praxisbegleitung an, die den Studierenden anleitet, sein angewandtes Wissen, seine Persönlichkeit, seine Gabenkombination und seine Berufung zu reflektieren.
Im September 07 haben wir die Praxisbegleitung daher als festen Bestandteil ins BA-Programm integriert. Für künftige Praxisbegleiter wird ein neu konzipierter Lehrgang „Einführung Praxisbegleitung“ angeboten.
X wie Praxis: Die Praxis kommt ins Studium
Die praktische Mitarbeit in Gemeinde oder Werk kann mit einer definierten Praxisbegleitung dem Studium angerechnet werden. Dabei handelt es sich um die Anrechnung erworbener Kompetenzen in der Praxis – und nicht etwa um eine reine Zeitvergütung von praktischer Arbeit. IGW orientiert sich dabei am europäischen Bildungssystem, welches in der umfassenden Reform nach Bologna auch die Anrechnung studienbegleitender Praxisarbeit bei Diplomen höherer Fachschulen definiert: „Es gibt Studiengänge, bei denen berufsbegleitende Praktika Kompetenzen vermitteln, die in der Schule selbst nicht erworben werden können. Insofern bilden diese Praktika inhaltlich und von der Zielsetzung her integrale Bestandteile des Studiums“ (Bologna-Ausschuss der KFH (Konferenz der Fachhochschulen der Schweiz) Januar 2005).
Reto Wüthrich, Studienleiter PBX
