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Das grosse Drama

Was wäre, wenn die Bibel nicht nur statische Dogmen lehrt, damit wir sie als universelle Wahrheit glauben sollen? Was wäre, wenn die Bibel besser verstanden werden sollte als eine Geschichte, die Gott mit der Welt und im speziellen mit dem Menschen, schreibt? Viele aktuelle Theologen wie N.T. Wright oder der im März an der Uni Fribourg lehrende Kevin Vanhoozer schlagen genau dies vor. Sie schlagen vor, die Bibel als eine Art Drehbuch mit verschiedenen Akten innerhalb eines grossen Dramas zu lesen. Demnach lädt Gott uns ein, Teil dieses Dramas zu werden und gibt uns durch die Bibel gleichzeitig auch Regieanweisungen, damit wir stimmig an dem teilnehmen können, was Gott heute in dieser Welt tut. Wie bei jedem guten Drama gibt es einen roten Faden und verschiedene Akte, die immer wieder auf diesen einen roten Faden zurückführen.

das grosse drama

Gott ist ein grossartiger Geschichtenerzähler. Damit der rote Faden des Dramas ja nicht verpasst wird, werden die zentralen Akte mehrfach erzählt, ja sollen auch heute noch immer wieder neu gespielt werden. Gott lädt die Menschen ein, selbst ein Teil des Dramas zu werden in dem sie diese zentralen Akte selbst mitspielen. Ich schlage vor folgende vier Akte als Zentrum des Dramas zu betrachten: (1) Kampf und Sieg, (2) Befreiung, (3) Einsetzung eines neuen Herrn und damit einer neuen Wirklichkeit und (4) die damit dazu gehörenden neuen Lebensregeln. Diese vier Akte sehen wir im Narrativ des Exodus: Gott kämpft um sein Volk und erringt schlussendlich den Sieg, es folgt die Befreiung in ein neues Leben. Gott selbst wird der Herr und schafft sich ein Platz in ihrer Mitte. Am Sinai gibt er ihnen die Regeln des neuen Lebens. Die gleichen Akte sehen wir im Leben von Jesus: Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Und nun lädt Gott jeden Menschen ein, ebenso Teil des Dramas zu werden: Befreiung von den zerstörenden Auswirkungen der Herrschaft Satans in unserem Leben durch Jesus Christus (Karfreitag) in ein neues Leben (Ostern) in dem Jesus der neue Herr ist (Himmelfahrt) und uns zu diesem befähigt durch seinen Geist der die Lebensregeln in unsere Herzen schreibt (Pfingsten).

Der rote Faden, den diese vier Akte immer wieder neu erzählen und die Bibel als Evangelium beschreibt, ist Gottes erlösendes Heilshandeln an der Welt. Der Höhepunkt des Dramas findet sich nicht bereits im Karfreitag und damit im Kreuz. Das ist der wichtige, eröffnende, erste Akt. Aber eben nur einer von vier Akten. Den Höhepunkt finden wir im vierten Akt: Pfingsten. Der Mensch wird wiedereingesetzt und befähigt Teil von Gottes Reich zu sein. Sein Handeln bringt Heil auf allen Ebenen des menschlichen Daseins (sozial, seelisch, ökologisch). Damit kann er neu seine ihm von Anfang an von Gott zugedachte Rolle im Drama spielen. Damit entfällt auch die ökumenisch-evangelikale Spannung zwischen sozialem und geistlichem Heil. Beides ist Teil der Story von Gottes erlösendem Handeln an der Welt und dem Menschen.

Wir sind berufen Teil von Gottes Drama zu sein, aktive Mitgestalter der Geschichte, die Gott schreibt. IGW hat sich zum Ziel gesetzt starke Leiter auszubilden, die fähig sind das Evangelium von Gottes erlösendem Heilshandeln in Jesus zu leben und so Kirche und Gesellschaft zu erneuern.