Wiederherstellung kostet

06.02.2020

Yanick Bühler zur Frage, wieso Jesus sterben musste

Titel

Als ich vor einiger Zeit mit einem guten Freund über den christlichen Glauben diskutierte, entgegnete er mir: „Wieso muss Jesus am Kreuz sterben, damit Gott dir vergibt? Wieso muss dich Gott für dein Fehlverhalten bestrafen, wenn er die Strafe anscheinend doch nicht vollziehen möchte? Rettet Gott uns am Ende vor seinem eigenen Zorn? Jesus selbst plädiert doch in Mt. 5,39 dafür, die andere Wange hinzuhalten und auf die gerechte Strafe zu verzichten.“

Von Wolfhart Pannenbergs systematischer Theologie inspiriert, biete ich im Folgenden einige Gedankenanstöße zu dieser Frage.

Unsere Welt ist in einer universellen Sünde gefangen. Jeder Mensch wird hineingeboren und verletzt. Damit ist diese Welt nicht nur ein schlechter Ort per se. Sie ist aber eben auch nicht wirklich perfekt. Menschen verletzen einander und ihre Umwelt und werden wiederum selbst verletzt. Langsam bewegt sich jeder Mensch dem Tod entgegen. Dieses Konstrukt nennt die Bibel „Sünde“.

Aber wieso kann Gott nicht bloss vergeben und vergessen, wenn er sich doch eigentlich mit dem Menschen versöhnen möchte? Ich gehe davon aus, dass Gott jedem Menschen bereits persönlich vergeben hat. Mit seiner Vergebung sind jedoch die Folgen unseres Handelns noch nicht aus dem Weg geschaffen. Gott möchte das geschehene Unrecht auf dieser Welt nicht einfach ignorieren. Ansonsten würde er damit auch die einhergehenden Verletzungen ignorieren. Sein Lösungsansatz lautet vielmehr: Wiederherstellung. Sie kostet ihn alles! Wiederherstellung beinhaltet, dass Gott das Schicksal dieser Welt teilen und überwinden muss. Genau dies tut er, wenn er am Kreuz stirbt. Gott solidarisiert sich mit dem Leid der Menschen. Doch dabei bleibt es nicht. Drei Tage später überwindet er den Tod. Gott überwindet alle Folgen der Sünde und schafft eine neue LEBENS-Realität. Das Kreuz trägt also eine innige Bedeutsamkeit. An diesem Ort überwindet Gott die Folgen unserer verletzenden Lebensweise. Ohne dieses Eingreifen Gottes, würde das Leid dieser Welt ignoriert bleiben.

Des Menschen neue Lebensrealität besteht darin, dass sich jeder mit diesem Weg von Jesus verbinden kann, indem er sich auf eine Beziehung mit Jesus einlässt und sein Leben ihm in die Hände legt. So wird Gottes Wiederherstellung in unserem Leben Realität. Die Anzahlung, die der Mensch dabei erhält, ist der Heilige Geist. Er startet diese neue Lebensrealität des Friedens und der Wiederherstellung, welche uns bereits jetzt heilt und verändert, sich jedoch erst in der Ewigkeit vollenden wird.

Dies ist eine Zusammenfassung der Abschlussarbeit von Yanick Bühler. Yanick hat bei IGW absolviert  und arbeitet nun in der Chrischona Affoltern am Albis als Kinder- und Jugendpastor. Die vollständige Arbeit ist hier zu finden.

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