Ich glaube an die Kraft der Bibel

30.06.2020

Michael Girgis über den Blick auf das Wesentliche

Titel

Ich glaube an die Kraft der Bibel, weil … sie mir immer wieder hilft, den Blick auf das Wesentliche zu richten.

Die Welt hat sich verändert, und eines ist gewiss: Sie wird sich weiterhin verändern. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wodurch und wie. Niemand weiss wirklich, was uns die Zukunft bringt. Die meisten Veränderungen kündigen sich weder an noch holen sie vorgängig unsere Einwilligung ein. Egal, ob sie uns gefallen oder nicht, oft brechen sie ungefragt und unerwartet in unser Leben ein und sorgen für Unruhe, Verunsicherung, Fragen und Ängste ... sei es die überraschende Mitteilung des Arztes über eine persönliche Erkrankung, der Tod einer geliebten Person, der Verlust einer Arbeitsstelle, das Ende einer Beziehung, das Platzen von Lebensträumen. Vor solchen und ähnlichen Katastrophen sind wir nicht gefeit. Genauso wenig wie wir vor Hunger, Verfolgung, Naturkatastrophen, Kriegen oder Seuchen wie Covid-19.

Die Frage ist: Wer oder was gibt uns Halt? Woher schöpfen wir Hoffnung? Wie können wir gelassen und ruhig bleiben in allen Stürmen des Lebens?

Indem wir uns unsere Blickrichtung von der Bibel immer wieder zurechtrücken lassen. «Wir richten unseren Blick nämlich nicht auf das, was wir sehen, sondern auf das, was ´jetzt noch` unsichtbar ist. Denn das Sichtbare ist vergänglich, aber das Unsichtbare ist ewig.» (2. Kor. 4,18 NGÜ).

Die Bibel zeugt von einer Realität, die über das Sichtbare hinausgeht. Sie lädt uns ein, den Blick von dem abzuwenden, was vor Augen ist, hin zu dem, was wir glauben und hoffen. Dadurch rückt die Bibel meinen Blick immer wieder zurecht – weg vom Sichtbaren, Irdischen, Vergänglichen, hin zum Unsichtbaren, Ewigen, Wesentlichen. Und dieser Wechsel der Blickrichtung verändert auch meine Wahrnehmung: Was noch so bedrohlich schien, rückt plötzlich in den Hintergrund, weil ich meinen Fokus nicht mehr darauf richte.

Ich glaube an die Kraft der Bibel, weil sie mir gerade in unruhigen und turbulenten Zeiten Fokus und Orientierung schenkt. Dietrich Bonhoeffer sagte: «Wo Gottes Wort bei mir ist, finde ich in der Fremde meinen Weg, im Unrecht mein Recht, in der Ungewißheit meinen Halt, in der Arbeit meine Kraft, im Leiden die Geduld.»[1] (Dietrich Bonhoeffer). Wo Gott und sein Wort ist, da haben wir alles, was wir brauchen. Sein Wort reicht vollständig. Es tröstet, korrigiert, scheidet, offenbart, überführt, weist zurichtet, erneuert, verändert, inspiriert … (vgl. 2. Tim. 3,16.17). Diese wunderbare und beglückende Erfahrung wünsche ich allen Menschen.

Deshalb bilden wir am IGW Männer und Frauen zu Leitern aus, die der Bibel mit Begeisterung, Liebe und Wertschätzung begegnen und das Evangelium in Wort und Tat leben.

Denn nur kann die gute Nachricht unsere Kirchen und unsere Gesellschaft erfassen und grundlegend erneuern. Glaubst du mit uns an diese wunderbare, erneuernde Kraft der Bibel? Willst du diese erneuernde Kraft der Bibel auch immer wieder neu erfahren? Ich hoffe es!

Von Michael Girgis
Rektor IGW


[1] Quelle: Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937-1940, DBW Band 15, Seite 530

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