Think Tank zur missionalen Ethik

12.02.2019

Am 24. und 25. Januar fand der diesjährige Think Tank von IGW statt. Ein Bericht von Philipp Wenk

Titel

Stell dir vor, du erfährst, dass im Umfeld deiner Gemeinde eine unheilbar kranke Person um Sterbehilfe bittet. (Im letzten Jahr haben laut einem sda-Bericht 905 Menschen in der Deutschschweiz den begleiteten Freitod gewählt)
Wie verhältst du dich? Wie findest du heraus, welches Verhalten in dieser Situation richtig ist? Im Think Tank zur missionalen Ethik war dieses Szenario der Testfall, um die zuvor erarbeiteten Modelle zur ethischen Entscheidungsfindung zu überprüfen und zu reflektieren.

In den Think Tanks von IGW treffen sich Theologinnen und Theologen aus verschiedenen Denominationen, um während zweier Tage miteinander anspruchsvolle Themen im Licht der missionalen Theologie durch- und, wo möglich, weiterzudenken.

Dieses Jahr trafen wir uns am 24.-25. Januar in der Chrischona Grenzach-Wylen und stiessen miteinander ins Feld der Ethik vor. Das Ziel war es, in Gruppenarbeit einen ethischen Praxiszyklus zu entwickeln, also ein Modell für den Prozess einer ethischer Entscheidungsfindung, die sich im Zusammenspiel von gelebter Praxis und theoretischer Reflexion vollzieht.
Wir stiegen ein mit einem Impulsreferat und zwei Responses, die eine Grundlage für die gemeinsame Weiterarbeit legten. Bereichert wurden diese eher theoretischen Impulse durch zwei Erfahrungsberichte von ethischen Entscheidungsprozessen in zwei verschiedenen Gemeinden. Danach waren dann alle Teilnehmer gefragt: In drei Gruppen entwickelten sie drei Modelle, wie ein solcher Entscheidungsprozess strukturiert werden kann. Kritische Rückfragen aus den anderen Gruppen und das Durchspielen des Testfalls am zweiten Tag halfen, das eigene Modell zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Glücklich schaue ich auf diese zwei intensiven Tage zurück. Die Diskussionen, die wir miteinander führten, und die Rückmeldungen und Ideen, die ich von anderen erhalten durfte, sind sehr kostbar für mich. Ganz herzlichen Dank allen Beteiligten! Ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Dann werden wir uns der aktuellen Herausforderung der zunehmenden «Fluidität» von Kirche annähern und gemeinsam Wege suchen, kreativ mit dieser Entwicklung umzugehen.

von Philipp Wenk

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